Kaffee - ein Genußmittel, kein Nahrungsmittel
Im Durchschnitt trinkt jeder Deutsche pro Tag 4 Tassen Kaffee, und für viele, wie auch lange Zeit für mich selbst, beginnt ein guter Tag, und endet eine gute Mahlzeit einfach mit einer Tasse Kaffee.
Medizinische Studien belegen: Es gibt Personengruppen, die bewusster mit Kaffee umgehen sollten, ja vielleicht sogar ganz darauf verzichten sollten, teilweise auch müssen - Grund ist das darin enthaltene Koffein.
Koffein ist ein Nervengift, das manche Pflanzen bilden, um sich vor Fressfeinden zu schützen. Eine Tasse Kaffee enthält circa 100mg davon. Auch Kakaobohnen enthalten Koffein, aber das ist weniger bedenklich - schließlich werden die wenigsten täglich 4 Tafeln Zartbitterschokolade verzehren.
Koffein ist eine Stimulanz, die für erhöhte Wachsamkeit, Aufmerksamkeit, Konzentrationsfähigkeit und eine erhöhte körperliche Leistungsfähigkeit sorgt. Jetzt kommt allerdings das große ABER: ABER nur wer nicht an die Wirkung von Koffein gewöhnt ist kann diese Effekte erfahren. Es reicht bereits eine Tasse Kaffee täglich, um nach 1-2 Wochen Anpassungsprozesse im Körper anzustoßen. Somit verliert jede Dosis Koffein mit der Zeit seine Wirkung - es sei denn, man erhöht diese Dosis weiter.
Sind diese Anpassungsprozesse dann vollzogen ist es sogar so, dass sich eine Abhängigkeit entwickelt - sowohl mental, als auch körperlich. Der Körper verlangt zum Beispiel morgens förmlich nach einer Tasse Kaffee, sonst kommt man garnicht erst in Gang, fühlt sich antriebslos und schlapp. Vielleicht spürt man morgens bereits einen leichten Kopfschmerz, der sich erst nach der ersten Tasse des Tages gibt. Das sind die Situationen, wenn man keinen Kaffee mehr trinkt um sich “aufzuputschen”, sondern lediglich um keine Entzugserscheinungen auftreten zu lassen.
Diese Entzugserscheinungen reichen von starken Kopfschmerzen, Antriebslosigkeit, Lustlosigkeit, Stimmungsverdunklung, bis hin zu grippeartigen Symptomen. Erst nach 3-10 Tagen ist es dann geschafft - man hat die (zugegeben im Vergleich zu anderen “Drogen” harmlose) Abhängigkeit überwunden.
Kaffee ist kein Nahrungsmittel - sondern ein Genußmittel. Und so sollte es auch eigentlich behandelt werden. Ein kleiner Leitfaden:
1) Es ist nicht die Menge an Koffein, die abhängig macht, und die Effekte schwinden lässt - sondern die Regelmäßigkeit.
2) Wird Punkt 1 beachtet wirkt Kaffein stimulierend, erhöht die geistige und körperliche Leistungsfähigkeit. Dies sind besonders für Sporttreibende willkommende Effekte.
3) Wird Punkt 1 mißachtet, dann stellt sich eine Abhängkeit ein. Dafür ist bereits 1 Tasse Kaffe täglich für einen Zeitraum von 1-2 Wochen ausreichend.
4) Regelmäßige Zufuhr von Koffein verschlechtert die Insulinempfindlichkeit, was in Folge die Fettverbrennung erschwert. Kaffee ist also nicht nur kein Nahrungsmittel, sondern vor allem kein Diätmittel.
5) Wenn bereits eine Abhängigkeit besteht, muss zuerst für eine Zeit von circa 10 Tagen auf Koffein verzichtet werden (also zum Beispiel auch kein schwarzer Tee, übermäßiger Verzehr von Schokolade mit hohem Kakaoanteil usw.), erst danach stellen sich die Effekte von Koffein wieder ein.
6) Personen mit Diabetes mellitus sollten Kaffee und andere Genußmittel mit hohem Koffeinanteil grundsätzlich meiden, da nach dem Verzehr auch ohne Kohlenhydrate eine Ausschüttung von Insulin erfolgt.
