Kaffee - ein Genußmittel, kein Nahrungsmittel

25. September 2008

Im Durchschnitt trinkt jeder Deutsche pro Tag 4 Tassen Kaffee, und für viele, wie auch lange Zeit für mich selbst, beginnt ein guter Tag, und endet eine gute Mahlzeit einfach mit einer Tasse Kaffee.

Medizinische Studien belegen: Es gibt Personengruppen, die bewusster mit Kaffee umgehen sollten, ja vielleicht sogar ganz darauf verzichten sollten, teilweise auch müssen - Grund ist das darin enthaltene Koffein.

Koffein ist ein Nervengift, das manche Pflanzen bilden, um sich vor Fressfeinden zu schützen. Eine Tasse Kaffee enthält circa 100mg davon. Auch Kakaobohnen enthalten Koffein, aber das ist weniger bedenklich - schließlich werden die wenigsten täglich 4 Tafeln Zartbitterschokolade verzehren.

Koffein ist eine Stimulanz, die für erhöhte Wachsamkeit, Aufmerksamkeit, Konzentrationsfähigkeit und eine erhöhte körperliche Leistungsfähigkeit sorgt. Jetzt kommt allerdings das große ABER: ABER nur wer nicht an die Wirkung von Koffein gewöhnt ist kann diese Effekte erfahren. Es reicht bereits eine Tasse Kaffee täglich, um nach 1-2 Wochen Anpassungsprozesse im Körper anzustoßen. Somit verliert jede Dosis Koffein mit der Zeit seine Wirkung - es sei denn, man erhöht diese Dosis weiter.

Sind diese Anpassungsprozesse dann vollzogen ist es sogar so, dass sich eine Abhängigkeit entwickelt - sowohl mental, als auch körperlich. Der Körper verlangt zum Beispiel morgens förmlich nach einer Tasse Kaffee, sonst kommt man garnicht erst in Gang, fühlt sich antriebslos und schlapp. Vielleicht spürt man morgens bereits einen leichten Kopfschmerz, der sich erst nach der ersten Tasse des Tages gibt. Das sind die Situationen, wenn man keinen Kaffee mehr trinkt um sich “aufzuputschen”, sondern lediglich um keine Entzugserscheinungen auftreten zu lassen.

Diese Entzugserscheinungen reichen von starken Kopfschmerzen, Antriebslosigkeit, Lustlosigkeit, Stimmungsverdunklung, bis hin zu grippeartigen Symptomen. Erst nach 3-10 Tagen ist es dann geschafft - man hat die (zugegeben im Vergleich zu anderen “Drogen” harmlose) Abhängigkeit überwunden.

Kaffee ist kein Nahrungsmittel - sondern ein Genußmittel. Und so sollte es auch eigentlich behandelt werden. Ein kleiner Leitfaden:

1) Es ist nicht die Menge an Koffein, die abhängig macht, und die Effekte schwinden lässt  - sondern die Regelmäßigkeit.

2) Wird Punkt 1 beachtet wirkt Kaffein stimulierend, erhöht die geistige und körperliche Leistungsfähigkeit. Dies sind besonders für Sporttreibende willkommende Effekte.

3) Wird Punkt 1 mißachtet, dann stellt sich eine Abhängkeit ein. Dafür ist bereits 1 Tasse Kaffe täglich für einen Zeitraum von 1-2 Wochen ausreichend.

4) Regelmäßige Zufuhr von Koffein verschlechtert die Insulinempfindlichkeit, was in Folge die Fettverbrennung erschwert. Kaffee ist also nicht nur kein Nahrungsmittel, sondern vor allem kein Diätmittel.

5) Wenn bereits eine Abhängigkeit besteht, muss zuerst für eine Zeit von circa 10 Tagen auf Koffein verzichtet werden (also zum Beispiel auch kein schwarzer Tee, übermäßiger Verzehr von Schokolade mit hohem Kakaoanteil usw.), erst danach stellen sich die Effekte von Koffein wieder ein.

6) Personen mit Diabetes mellitus sollten Kaffee und andere Genußmittel mit hohem Koffeinanteil grundsätzlich meiden, da nach dem Verzehr auch ohne Kohlenhydrate eine Ausschüttung von Insulin erfolgt.

Fragen Sie manchmal besser nicht Ihren Arzt oder Apotheker

7. September 2008

Ärzte sind oft schlechte Ernährungsberater - das ist meine Feststellung nach den Erlebnissen von Bekannten und Verwandten in letzter Zeit.

Dies vorweg: die Haupt-Todesursache in Deutschland sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen - das ist eine traurige Tatsache. Unsere Ernährung hat darauf einen nicht zu verachtenden Einfluß, denn es gibt Regionen auf unserer Erde wo Herz-Kreislauf-Erkrankungen im wahrsten Sinne des Wortes Fremdwörter sind. Weil es sie dort nicht gibt, und dementsprechend auch nicht im Wortschatz auftauchen.

Nun sind wir zwar keine Eskimos, und auch die wenigsten von uns leben in einem japanischen Fischerdorf, aber wir haben Fischändler und Supermärkte mit so vielen Fischen, dass sie sogar verkaufen müssen. Und gerade Fettfische wie Makrele, Lachs und Hering enthalten reichlich Omega-3 Fettsäuren, also genau das, was auch unsere Gefäße so effektiv vor Ablagerungen schützen könnte. Nun aber die Empfehlung eines Arztes an einen Bekannten, der erst vor kurzem einen Herzinfarkt mit anschließender Reha hinter sich gebracht hat:

Verzichten Sie auf den Verzehr von Fisch!

Er hätte gleich sagen können: verzichten Sie auf die in medizinischen Studien nachgewiesenen positiven Effekte von Omega-3 Fettsäuren, die ihren Spiegel an gefäßschützendem HDL-Cholesterin steigern, und damit Arteriosklerose entgegenwirken .. und nehmen Sie lieber diese Tabletten hier. Interessanter Gedanke, ob es überhaupt zu dem Infarkt gekommen wäre, wenn sich mein Bekannter früher schon an die mindestens 2x Fisch pro Woche-Regel gehalten hätte. Aber damit hätte dieser Arzt jetzt zum Beispiel nichts verdient ..